Ein Teil der wechselvollen Geschichte - Der Thälmann-Park

Von Nadine Mittag

Gerade jetzt, wo der Frühling sich uns in seiner ganzen Schönheit und Vielfältigkeit präsentiert, bekommt man Lust, seine freie Zeit in der Natur zu verbringen. In der Stadt gestaltet es sich jedoch nicht immer ganz einfach, ein schönes Stückchen Grün zu finden. Aber wir in unserem Ortsverband können uns nicht beschweren, da wir einige schöne Parkanlagen vorweisen können. So gehört auch der Thälmann-Park zu uns.
Foto: Sebastian RußFoto: Sebastian Ruß
Der Thälmannpark erstreckt sich auf einer Gesamtfäche von etwa 25 Hektar zwischen der Prenzlauer Allee, der Greifswalder Straße bis hin zur Danziger Straße. Den Namen verdankt der Park Ernst Thälmann, der zu Zeiten der Weimarer Republik von 1925 bis 1933 das Amt des Vorsitzenden der KPD ausübte.
 
Vormals, in den Jahren von 1874 bis 1981, befand sich auf dem Gelände des Parks die 4. von insgesamt 33 Berliner Gasanstalten. Zuerst beschränkte sich die Herstellung nur auf Leuchtgas für die Berliner Gaslaternen doch durch die Zunahme des Gasbedarfs in Gewerbe- und Wohneinheiten wurde ab 1908 auch Wassergas, also eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, produziert. In den Jahren von 1913 bis 1915 kamen noch Generatorengas und Benzol dazu. Es kam, wie es kommen musste: Die bei der Gasherstellung anfallenden Nebenprodukte wie Ammoniak, Schwefelwasserstoff etc. wurden zu einer großen Umweltbelastung für die Anwohner und den Park. So stellte man die Gasproduktion 1982 vollends ein. Das Gaswerk und der unter Denkmalschutz stehende Gasometer wurde in den 80er Jahren trotz Proteste abgerissen.

Zu Ehren von Ernst Thälmann errichtete der sowjetische Bildhauer Lew Jefimowitsch Kerbel in den Jahren von 1981 bis 1986 das Thälmann- Denkmal an der Greifswalder Straße. Es ist etwa 14 Meter hoch und 15 Meter breit und vollends aus Bronze hergestellt. Besonders interessant ist, dass für dieses Denkmal der gesamte damalige Bronzevorrat der DDR aufgebraucht wurde.

Das Denkmal zeigt die Büste des kommunistischen Funktionärs Ernst Thälmann, der seine rechte Faust erhebt. Passend dazu ist im Hintergrund eine stilisierte (Arbeiter-) Fahne zu erkennen. Anfang der 1990er Jahre sollte das ungeliebte Denkmal abgerissen werden, doch es blieb - auch aufgrund fehlender finanzieller Mittel - erhalten. Heute ist das Ernst-Thälmann- Denkmal eine beliebte Fläche für Graffiti-Malereien. Das Ernst-Thälmann-Denkmal ist Teil der wechselvollen Geschichte unseres Kiezes.